Sonntag, 9. Januar 2011

Ski Cross Weltcup Oberndorf / St. Johann 2011

Foto (c) Rapp
Der Ski Cross-Weltcup in Oberndorf/St. Johann (Tirol) scheint ein wirklich gutes Pflaster für die deutschen Ski Crosser zu sein: Nach dem Sieg im letzten Jahr durch Simon Stickl (SC Bad Wiessee) bei den Herren, dem ersten deutschen Weltcup-Sieg im Ski Cross überhaupt, gelang am vergangenen Freitag beim spektakulären und bestens organisierten Nightrace am Penzinghang Heidi Zacher (SC Lenggries) das Kunststück bei den Damen. Und das in nahezu gleicher Manier wie Simon Stickl im letzten Jahr: Sie überzeugte in all ihren Heats und fuhr sich souverän ins Finale der besten Vier. Auch dort ließ sie ihren Gegnerinnen keine Chance, setzte sich gleich nach dem Start in der ersten Kurve an die Spitze des Feldes und fuhr ihren ersten Weltcupsieg ungefährdet ins Ziel. Die 22jährige Deutsche durfte somit im Ziel bei der Siegerehrung auch ins gelbe Trikot der derzeit Weltcup-Gesamtführenden schlüpfen. Das hervorragende Gesamtergebnis des deutschen Ski Cross-Damenteams wurde durch einen dritten Platz durch Anna Wörner (SC Partenkirchen) komplettiert. Zweite wurde die Norwegerin Hedda Berntsen.

Bei den Herren siegte vor den rund 5000 begeisterten Zuschauern John Teller (USA) vor Nick Zoricic (CAN) und Thomas Zangerl (AUT). Und auch hier gab es mit zwei Top-Ten-Plätzen zufriedene Gesichter im deutschen Team: Simon Stickl wurde Siebter, der junge Daniel Bohnacker (20, SC Gerhausen) mit seinem bisher besten Weltcup-Ergebnis Achter. Die Platzierungen der anderen Deutschen, die sich für das Finale der besten 32 qualifiziert haben: Paul Eckert (WSV Samerberg) wurde 26., Florian Eigler (SC Pfronten) 27. und Thomas Fischer (SC Ruhpolding) 30.

Ich persönlich war fast eine Woche im Vorfeld für die FIS in Oberndorf/St. Johann vor Ort im Einsatz und habe gemeinsam mit den Streckenbauern Simon Vollstuber und Matthias Ortner sowie mit den Verantwortlichen vor Ort die Streckenführung abgestimmt, den Kurs gesetzt und getestet und die Geschwindigkeit optimiert. Es war keine einfache Aufgabe in St. Johann, weil die enorme Steilheit im oberen Bereich die Lösungsmöglichkeiten sehr stark limitiert. Die gemeinsame Grundidee war, insbesondere im oberen Bereich die Geschwindigkeit weitgehend zu minimieren, um die Verletzungsgefahr zu niedrig zu halten und zugleich sehr enge Zweikämpfe zu ermöglichen. Ich bin sehr froh, dass wir diese Zielsetzung erreichen konnten. Es gab keine Verletzten und trotzdem absolut spannende Heats mit vielen Überholmanövern und reichlich Action. Die Durchnittsgeschwindigkeit lag in Oberndorf bei ca. 15, 5 m/s, zum Beispiel in Innichen bei 19,5 m/s. Ein richtungsweisendes Konzept für Ski Cross Strecken, die enorm steile Passagen aufweisen.

Gratulation an alle Athleten, die eine gewaltige Show geboten haben und an die Veranstalter, die mit dem Event 2011 im Ski Cross Weltcup ähnliche Standards gesetzt haben, wie Ihre Nachbarn in Kitzbühel im Abfahrtssport.

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